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News – V&S in der Produktion: Das Hafenmeisterprinzip

Hannover / Stuttgart, Januar 2013

Geschwindigkeit ist einer der Wettbewerbsvorteile auf dem globalen Markt. Am Beispiel eines Verpackungsmaschinenherstellers zeigt Dr.-Ing. Jörg Priese in der letzten Ausgabe der Produktion auf, wie das Unternehmen mit der Anwendung des Hafenmeisterprinzips seine Durchlaufzeit halbiert.

 

Stellen Sie sich einen alten knorrigen Hafenmeister vor. Drei Schiffe liegen vor der Kaimauer und drei grimmige Kapitäne drängen auf die Entladung ihrer Schiffe. Sie verdienen nur Geld, wenn Sie auf hoher See sind. Der Hafenmeister kennt die Situation. Weil er in erster Linie seine Ruhe haben will, verteilt er seine Entlader auf die drei Schiffe. Die Kapitäne sind besänftigt, und nach drei Stunden ist jedes Schiff auf hoher See. Alle sind zufrieden. Nur der Reeder – der das Vorgehen beobachtet – nicht. Sie beschließen ein neues Vorgehen.

Zukünftig leeren alle Entlader zusammen ein Schiff, bevor sie auf das nächste Schiff wechseln. Der Arbeitsaufwand bleibt identisch, aber proportional zur Erhöhung der Entladekapazität sinkt die Entladedauer. Die Vorteile liegen auf der Hand: Schiff eins verlässt nach einer Stunden den Hafen. Schiff zwei nach zwei Stunden und das dritte nicht später als zuvor.

„Sicher ist das beschriebene ‚Hafenmeisterprinzip‘ idealisiert dargestellt. Aber unsere Erfahrung zeigt, dass dieses Prinzip richtig umgesetzt enormes Potenzial beinhaltet und das ohne Investitionen“, sagt Dr.-Ing. Jörg Priese, Partner bei der Vollmer & Scheffczyk GmbH (V&S). Bei der richtigen Umsetzung unterstützt die Unternehmensberatung V&S deutsche Verpackungsmaschinenhersteller.

Steigende Komplexität und Wachstum erfordert ein umdenken

Das Unternehmen produziert Maschinen zur Abfüllung von Flüssigkeiten. In den speziell für den Kunden konzipierten Verpackungslinien stecken bis zu 15.000 Konstruktionsstunden. Es gelten höchste Qualitätsanforderungen. Fehler bei der Abfüllung dieser Flüssigkeiten können verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch oder Tier haben. Ein überdurchschnittliches Wachstum von mehr als 25 Prozent stellt zusätzliche Herausforderungen an die Organisation. Spezialisten, die über notwendiges Wissen und Können verfügen, sind unentbehrlich, um diese Komplexität zu beherrschen.

Die steigende Anzahl parallel laufender Projekte führt dazu, dass die Spezialisten sich zum Engpass entwickelten und die Gefahr von Multitasking – also dem Springen zwischen mehreren Projekten – imminent wurde. Der Anlagenbauer benötigte einfache und schnell umsetzbare Lösungen, um die Situation zu entspannen: Das Hafenmeisterprinzip bot das Potenzial.

Kundenprojekte optimal besetzen

Die Umsetzung startete in der Montage. Das Projektteam gliederte den Prozess in Einzeltätigkeiten. Zu jeder Einzeltätigkeit wurde die Anzahl der Monteure bestimmt, die parallel arbeitend, die schnellstmögliche Abarbeitung ermöglichen.

Reduzierte Montagezeiten um durchschnittlich 50 Prozent konnten so ermöglicht werden. „Wir haben das Prinzip analog im Entwicklungs- und Konstruktionsbereich umgesetzt. Eine Untersuchung verschiedener Produkte zeigte, dass das Potenzial zur Durchlaufzeitreduzierung, identisch zur Montage liegt“, so Jörg Priese.

Erfolg auf ganzer Linie

Die Umsetzung des Hafenmeisterprinzips hatte unmittelbar eine Halbierung der Durchlaufzeiten und weniger Multitasking zur Folge. Das Arbeiten im Team unterstützt eine lernende Organisation. Expertenwissen verteilt sich innerhalb der Gruppe und die Ausbildung neuer Mitarbeiter beschleunigt sich. Zusätzlich wird das Team flexibler, z.B. bei ungeplanten Ausfällen von Mitarbeitern oder Nachfragen von Kunden.

Die Potenziale des Hafenmeisterprinzips scheinen offensichtlich. Warum also nutzen Unternehmen es nicht konsequent? „Die Einführung des Prinzips in der gesamten Wertschöpfungskette stellt Herausforderungen an die Änderungsbereitschaft des Unternehmens“, erklärt Jörg Priese. „Es gilt Prozesse, die Organisation und Denkmuster zu reflektieren und anzupassen. Eine große Herausforderung, die ein gezieltes Veränderungsmanagement erfordert.“

Vorgehensmodell zur Einführung des Hafenmeisterprinzips

Das Vorgehensmodell zur Einführung des Prinzips unterteilt sich in drei parallele Stränge. Zum einem erfolgt die prozessuale Umsetzung. Zusätzlich sind die notwendigen organisatorischen Änderungen zur Umsetzung von Teamarbeit einzuleiten. Ein kontinuierliches Veränderungsmanagement unterstützt dies.

 

Veröffentlichung in der Produktion am 20. Dezember 2012

  • Hafenmeisterprinzip