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Erfolgreich mit den Großen des Managements

von: Arnold Weissmann
rezensiert von: Rainer Vollmer

Mit dieser Anthologie will der Herausgeber eine Auswahl der besten Beiträge herausragender Autoren zur Managementliteratur vorlegen. Eine solche Blütenlese steht und fällt natürlich mit der Auswahl der Autoren und ihrer Beiträge. Der Herausgeber legt Wert auf bahnbrechende Ideen zu Strategie, Führung und Marketing, die jeweils den Kernbereichen der Arbeiten der Autoren entnommen sind. Die Beiträge reichen von Peter Druckers Begegnungen mit General Motors in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts, Reinhard K. Sprengers Plädoyer für mehr Individualität in der Personalführung, Niels Pflägings Ansatz zu einem Management jenseits der Budgetierung, Fredmund Maliks Thesen zu richtigem und gutem Management, über die Erfolgskriterien deutscher Hidden Champions aus dem gleichnamigen Buch von Hermann Simon bis zu einem Beitrag des Herausgebers zu Regelbrüchen in der Strategieplanung. Weitere Beiträge berühren eher Randgebiete der Managementliteratur. Der Wert einer solchen nach subjektiven Gesichtspunkten zusammengestellten Anthologie ist begrenzt. Wenn der Leser angeregt wird, das eine oder andere Thema in den Werken der ausgewählten Autoren zu vertiefen, hat diese Übersicht ihren Zweck erfüllt.

Viel Spaß beim Lesen!

Inhalt

Peter Drucker
Dieser Beitrag ist dem Buch Druckers „Concept of the Corporation“ entnommen und schildert seine Begegnungen und Diskussionen mit dem Management von General Motors im Jahre 1943, insbesondere mit dem langjährigen CEO Alfred Sloan. Erstaunlich an diesem Beitrag ist die Erkenntnis, wie früh sich bereits die entscheidenden Fragestellungen zum Management herausgebildet haben.

Reinhard K. Sprenger
Das Buch „Aufstand des Individuums“ hebt in eindringlicher und prägnanter Form die Individualität des Menschen hervor und leitet daraus die Forderung nach individueller Führung ab. Diese wendet sich gegen die Plumpheit der Verallgemeinerung, erkennt die Individualisierung und die Unterschiedlichkeit von Lebensstilen als stabile Tatsache an und fordert, dem Mitarbeiter zu glauben, seinem selbst gesetzten Qualitätsanspruch zu vertrauen und seine Individualität zu ehren, also den Menschen zu stärken und ihn nicht zu richten.
Sprenger bringt seine Thesen wie folgt auf den Punkt: „Es geht mir um ein Mehr an Individualität, ein Mehr an Freiraum, ein Mehr an Subjektivität. Es geht mir um ein Weniger an Verregelung, an Gängelung an Therapeutisierung.“

Niels Pfläging
Mit seinem Menschenbild in seinem Buch „Führen mit flexiblen Zielen“ ist Pfläging nah bei Sprenger. Er wendet sich strikt gegen ein Management by Objectives, gegen Zielvorgaben zur Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Leistungsmessung. In einer dynamischen und komplexen Welt ist kein Platz für fixierte Ziele, sie sind unrealistisch, willkürlich und wirken kontraproduktiv. Pfläging setzt dagegen auf ein Management jenseits von Budgetierung, auf relative Leistungsverträge, auf die implizierte Abmachung zwischen Management und Mitarbeiter zur Erarbeitung kontinuierlicher Leistungsverbesserungen in einem herausfordernden und offenen Handlungsklima. Vertrauen ersetzt Kontrolle. Das Denken in Rankings und Relationen zu Wettbewerbern und Vorperioden fordert gleichwohl Leistungen heraus.

Fredmund Malik
Stark von Drucker beeinflusst, gehört Malik zu den führenden Management-Experten Europas. In seinem Buch „Führen Leisten Leben“ hat er allen vollmundigen und inhaltsleeren Managementtheorien eine Absage erteilt und beeindruckend klar seine Auffassung von richtigem und gutem Management dargelegt. Seine Grundsätze des Managements, dessen Aufgaben und Werkzeuge fasst er in einem „Führungsrad“ zusammen, in das er die unterschiedlichsten Dimensionen und Aspekte des Managements wie Budgetierung, Leistungsbewertung, Führung von Menschen und deren Förderung logisch nachvollziehbar zu integrieren vermag. Malik entmythologisiert das Management zu einem Beruf wie jeden anderen und liefert damit jedem Praktiker ein vorzügliches Rüstzeug, gutes und richtiges Management erfolgreich zu betreiben.

Hermann Simon
In seinem Buch über die „Hidden Champions“ hat Simon die wichtigsten Erfolgskriterien der erfolgreichsten, langlebigsten und wettbewerbsfähigsten Unternehmen in Deutschland untersucht. Er stieß dabei auf meist unbekannte kleine und mittelgroße Unternehmen, die auf den unterschiedlichsten Märkten agieren, aber alle gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen:

  • sie haben eine Vorstellung von der Zukunft, eine Vision und den Willen, diese Vision in die Realität umzusetzen,
  • sie fordern von ihren Mitarbeitern hohe Leistungen und zeigen Intoleranz gegenüber Drückebergerei. Die geringe Fluktuation beweist die Akzeptanz dieses Grundsatzes bei ihren Mitarbeitern,
  • sie haben eine hohe Wertschöpfungstiefe, machen das meiste selbst und outsourcen keine Kernkompetenzen,
  • sie sind fanatische Dezentralisierer vor allem in größeren und komplexeren Marktstrukturen,
  • sie fokussieren ihre Ressourcen auf einen selbst definierten engen Markt,
  • sie eröffnen sich Wachstumschancen durch Globalisierung,
  • sie sind hoch innovativ,
  • sie sind extrem kundennah.

Das Buch von Hermann Simon nennt und beschreibt für jedes dieser Kriterien viele Beispiele und bietet damit einen interessanten Einblick in die Vielfalt erfolgreicher Unternehmen. Eine Pflichtlektüre für jeden Manager.

Knut Bleicher
In diesem Beitrag wird das angesehene und weit verbreitete St. Galler Management-Modell vorgestellt. Ziel dieses Modells ist die Ganzheitlichkeit der Betrachtung bei einer Integration vielfältiger Einflüsse in einem Netzwerk von Beziehungen. Bleicher unterscheidet drei Dimensionen der Herausforderung im Management: eine normative, eine strategische und eine operative Dimension. Mit diesem Denkmuster wird ein Rahmen für den Umgang mit Systemen bereitgestellt, der es der Führungskraft erleichtern soll, den Zugang zu einer veränderten Managementphilosophie zu finden und die vielfältigen Gestaltungsprobleme bei deren Umsetzung zu meistern. Der Beitrag ist stark theoriegeleitet mit hohem Abstraktionsgrad und verlangt dem Leser ein „Sicheinlassen“ auf Bleichers Begrifflichkeit ab.

Arnold Weissman
Der Herausgeber ist in dieser Anthologie ebenfalls mit einem Beitrag zur Strategie erfolgreicher Unternehmen vertreten. Dabei wird der Grundsatz „Be different or die!“ als das entscheidende Erfolgskriterium postuliert. Bei der Analyse von Siegerunternehmen fällt auf, dass diese immer wieder in der Lage sind, ihre Unverwechselbarkeit zu kreieren. Natürlich haben sie gute Produkte, ihre Kosten im Griff, motivierte Mitarbeiter und vieles andere mehr. Aber das haben ihre Wettbewerber zumeist auch. Sie sind erfolgreicher, weil sie mit ihrem Geschäftsmodell Regeln brechen, die Logik des Marktes umwerfen. Sie betreiben nicht Benchmarking, sondern Benchbreaking. Wie einst Dick Fosbury, der als erster rücklings die Hochsprunglatte überquerte, müssen erfolgreiche Unternehmen von Zeit zu Zeit ihr Geschäftsmodell revolutionieren, um Alleinstellung zu erreichen oder zu erhalten.
Aldi ist es gelungen, billig und Qualität zu integrieren, Dell hat mit dem Grundsatz gebrochen, dass PC‘s nur über den Einzelhandel zu vertreiben sind, H&M wechselt im Branchengegensatz seine Kollektion zwölf, anstatt vier Mal im Jahr.
Weissman zeigt anhand vieler interessanter Beispiele auf, wie Regelbrüche vollzogen werden können, wie wirksam und nachhaltig sie sind und in welch vielfältigen Formen sie auftreten können.

Markus Venzin/Carsten Rasner/Volker Mahnke
Die drei Strategie-Experten liefern mit ihrem Beitrag „Die Initiierung des Strategieprozesses“ eine detaillierte Anleitung, wie Strategieprozesse durchzuführen sind, von welchen Gefahren ihr Gelingen bedroht wird, wie man Strategieprozesse professionell vorbereitet, moderiert und nachbereitet.
Folgende wesentliche Elemente eines Strategieprozesses werden herausgearbeitet:

  • die Fähigkeit, strategisch zu denken, ist erlernbar,
  • Begriffe wie Vision, Mission, Leitbild, Unternehmenskultur, Kernkompetenz u.a. müssen klar definiert werden,
  • Prioritäten müssen gesetzt werden,
  • Rahmenbedingungen sind abzustecken,
  • Strategie und operatives Management sind klar zu unterscheiden,
  • es ist eine SWOT-Analyse durchzuführen,
  • wie wird ein Strategie-Workshop organisiert,
  • was ist bei der Strategieumsetzung zu beachten.

Dieser Leitfaden ist sehr praxisnah und eine Pflichtlektüre für Strategieentwickler.

Helmut Maucher
Der langjährige und erfolgreiche CEO von Nestlé legt in seinem Beitrag seine Erfahrungen über die Bedeutung der Marke offen. Nachdem er die übrigen Aspekte des Marketing wie Produktentwicklung, Produktgestaltung, Preispolitik, Distribution und Werbung dargestellt hat, geht er näher auf die Markenpolitik ein. Maucher vertritt die Auffassung, dass die Marke beim Verbraucher eher an Bedeutung gewonnen hat, da sie Kontinuität, Sicherheit, Bindung und Verfügbarkeit vermittelt. Bei aller Bedeutung einer Marke weist Maucher nachdrücklich auf die Basics des Marketings hin. Eine Marke kann nur dann ein Erfolgsfaktor für ein Unternehmen sein, wenn dahinter ein attraktives Produkt, eine gute Werbung und eine engagierte Verkaufsmannschaft stehen, die das Produkt auch verkaufen kann. Dazu kommen muss die genaue Kenntnis des Wettbewerbers einschließlich seiner Mentalität, seiner Tradition, seiner Kultur und der dahinter stehenden Personen.

Brun-Hagen Hennerkes
Brun-Hagen Hennerkes und Peter May haben das Verdienst, die spezifische Funktionsweise und eigenen Regeln von Familienunternehmen wieder stärker in den Focus von Forschung und Lehre gerückt zu haben. Aus den Erfahrungen ihrer umfangreichen Beratungstätigkeit leiten sie die Erkenntnis ab, dass Familienunternehmen gegenüber anonymen Publikumsgesellschaften große Vorteile haben. In ihrem Beitrag „Herausforderungen für Familienunternehmen“ stellen sie aber mehr die Gefahren für Familienunternehmen dar. Dies sind vor allem strategische Fehleinschätzungen und ganz besonders Zwist im Gesellschafterkreis, in der Familie und in der Nachfolgeregelung. Gerade letztere spielt in Familienunternehmen eine existenzielle Rolle.
Familienunternehmen stehen vor vier entscheidenden künftigen Herausforderungen:

  • die Globalisierung vor allem mit ihren personellen und finanziellen Anforderungen,
  • die Reformation der Informationstechnologie als Datenquelle für wichtige Entscheidungen im Konflikt mit dem „Bauchgefühl“ des Unternehmers,
  • die Veränderung der Wertestruktur, die von den Familienunternehmen andere Gesellschaftsverträge, andere Führungsgrundsätze, andere Kommunikationsformen und vor allem andere Nachfolgeregelungen fordert,
  • das soziale Umfeld als Folge des Vertrauensverlustes großer Konzerne und ihrer Manager und der beschränkten Einflussmöglichkeiten von Familienunternehmen auf die Politik. Dies hat den Verfasser veranlasst, eine eigene Interessenvertretung für Familienunternehmen aufzubauen.

Peter May
In Ergänzung zu dem Beitrag von Hennerkes geht es May um die Person des Unternehmers in Familienunternehmen. Seiner Meinung nach muss der Unternehmer vier Rollen gerecht werden:

  • er ist Vormann und Stratege des Unternehmens,
  • er muss die Unternehmerfamilie zusammenhalten,
  • er muss das Vermögen des Familienclans unabhängig von der Firma mehren und
  • er muss seine eigene Persönlichkeit fortentwickeln.

Diese Aufgabenvielfalt prägt die Komplexität des Unternehmerdaseins weit über das Handeln und Tun eines angestellten Managers hinaus. Viele Unternehmer werden sich in den Analysen und Thesen von May wiederfinden und daraus Anleitungen für die Bewältigung ihrer täglichen Herausforderungen gewinnen.

Klaus Doppler
„Nur Wandlungsfähige kommen weiter“ ist der Titel des Beitrags von Klaus Doppler, mit dem der Hilfestellung beim Selbstmanagement leisten möchte. Zunächst stellt er dar, wie wir Menschen funktionieren. Mit den Feststellungen

  • „der Mensch folgt einem Urtrieb, wenn er versucht, sich an etwas dranzuhängen, was Erfolg verspricht“ und
  • „jede persönliche Handlung, jede Investition – auch im zwischenmenschlichen Bereich – wird spontan einer internen Rechnungslegung unterzogen, um zu prüfen, wie weit sie sich lohnt“

wird ein Stück unseres Verhaltens analysiert.

Darauf aufbauend beschreibt er fünf Schritte, wie Menschen ihr Verhalten ändern können:

  • Wissen und Verstehen, wie und warum sich das Umfeld verändert hat und in welcher Richtung eine Verhaltensveränderung erforderlich ist.
  • Dazu kommen muss die innere Akzeptanz dieser Veränderung und das Wollen, das eigene Verhalten darauf abzustimmen.
  • Können und an das eigene Können glauben, sind Voraussetzungen für die eigene Verhaltensveränderung.
  • Das veränderte Verhalten muss auch gewünscht und erlaubt sein.
  • Und schließlich kommen das Tun, die Umsetzung und das Beibehalten.

Entscheidend kommt es dabei auf die Selbstverantwortung an, den Mut, es zu tun und die Klugheit, sich entsprechend abzusichern.

Matthias Horx/Jeannette Huber/Andreas Steinle/Eike Wenzel
Zukunft ist machbar. Von dieser These ausgehend formulieren die Verfasser zehn Handlungsschritte, die Zukunft nicht als schicksalhafte Macht zu begreifen, sondern sie kreativ zu gestalten:

  • Schritt 1: Ändern Sie Ihre Unternehmenslogik, denken Sie Innovation vom Kunden her.
  • Schritt 2: Sortieren Sie sauber nach Trendkategorien.
  • Schritt 3: Schaffen Sie Ihr eigenes Spielfeld.
  • Schritt 4: Analysieren Sie Trends entlang Ihrer Wertschöpfungskette.
  • Schritt 5: Entdecken Sie Nicht-Kunden als potentielle Kunden.
  • Schritt 6: Sprechen Sie die emotionalen Motive Ihrer Kunden an.
  • Schritt 7: Erobern Sie das Cheap-Chic-Segment für sich.
  • Schritt 8: Geben Sie Ihren Kunden Entscheidungshilfen.
  • Schritt 9: Öffnen Sie den Innovationsprozess nach außen.
  • Schritt 10: Lernen, spielen, Fehler machen.